BVdP fordert neue Rahmenbedingungen

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Bildquelle: BVdP - Michael Pinto

Die Zeiten sind herausfordernd für alle Handwerksunternehmen, weil neben Lieferengpässen, extremen Preissteigerungen auch der Fachkräftemangel und der Technologiewandel zu bewältigen sind. Die Unternehmer*innen, die sich im Bereich Schadenmanagement spezialisiert haben, spüren zusätzlichen Druck, der von den FLIs (Fleet, Leasing und Insurance) kommt. „Auf der einen Seite müssen sich FLIs auf die Betriebe in ihren Werkstattnetzen verlassen können, dass die Qualität der Arbeit und die Abwicklung in den Betrieben aufgrund des Leistungsversprechens erfolgt und auf der anderen Seite benötigen die Werkstätten in der Schadensteuerung mehr Flexibilität, um das Leistungsversprechen tagtäglich optimal umzusetzen“, so der Bundesverband der Partnerwerkstätten e. V. (BVdP) in einer Stellungnahme vom 28. April 2022.

Für Werkstätten, die mit Schadensteuerern zusammenarbeiten, wird es immer dann kritisch, wenn mangels Liquidität und Cashflow notwendige Investitionen nicht mehr getätigt werden können, wenn sozusagen die Luft zum Leben und zum Teil auch Überleben fehlt. Es sei, so der BVdP an der Zeit, Rahmenbedingungen zu schaffen, die den Werkstätten wieder zukunftsorientiertes Handeln ermöglichen.

Der BVdP sieht vor allem in folgenden Bereichen dringenden Handlungsbedarf:

  • Lackmaterialpreis: Partnerbetriebe müssen heute noch mit einem Stundenverrechnungssatz (SVS) inklusive Lackmaterialpreis klarkommen.

Das Modell „SVS inkl. Lackmaterial“ kann im Jahr 2022 nicht mehr funktionieren und bringt die betroffenen Betriebe in eine finanzielle Schieflage.

  • Kostenexplosion/Liquiditätsengpässe: Neben der stockenden Ersatzteilversorgung schlagen die massiven Preiserhöhungen im Energiesektor, die steigenden Personalkosten und die Inflation dazu bei, dass die notwendige Liquidität für Investitionen fehlen.

Das Zeitintervall für die Kooperationsgespräche müsse verkürzt werden. Mindestens zweimal pro Jahr müssten auf Augenhöhe partnerschaftliche Gespräche geführt werden, mit dem Ziel einer WinWinSituation.

  • Klimaneutral: Nachhaltigkeit und Energiewende im Reparaturgeschäft kosten nicht nur Geld, sie müssen auch im Prozess des Schadenmanagements durchgängig gelebt und gefördert werden.

Zukünftig sollte das Prüfverhalten auf den ökologisch und ökonomisch sinnvollen Reparaturweg ausgerichtet sein, wann immer dies fachgerecht möglich ist.

Es ist Zeit für Veränderungen: Das kooperative Schadenmanagement hat Zukunft

Sollte es gemeinsam gelingen, die genannten Störfaktoren einvernehmlich zu beseitigen, würden alle Beteiligte profitieren, so der BVdP. „Wenn wir es heute schaffen, einen vernünftigen Interessenausgleich herbeizuführen, dann können wir Verhältnisse vermeiden, die mittelfristig vor allem den Schadensteuerern auf die Füße fallen werden.“ (cepe)

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