Camper-Vans und Wohnmobile – gekommen, um zu bleiben

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Die meisten Wohn- und Freizeitmobile basieren auf herkömmlichen Kastenwagen, deren Wartung der Werkstatt bestens bekannt ist. (Bildquelle: Promotor/ T.Volz)

Die Elektrifizierung der Neuwagenflotten schreitet schnell voran. Schon mehr als jeder zehnte Neuwagen ist heute ein Stromer. Grund genug, sich als Werkstatt auf den lukrativen Markt der Freizeitmobile zu konzentrieren.
Rund 1,88 Millionen Deutsche besitzen einen Campervan, als ausgebautes Auto oder ein Wohnmobil – Tendenz stark steigend. Dass auch diese Fahrzeuge Servicebedarf haben, liegt auf der Hand. Dieser ist zumeist sogar größer als bei herkömmlichen Pkw, da Zusatzausstattungen wie Standheizungen, Mover, Wasserpumpen und Zusatzbatterien verbaut sind. Gleichzeitig stehen viele der Reisemobile den Großteil des Jahres still, was zu Standschäden führen kann.

Da die Aus- und Umbauten mitunter sehr teuer sind, werden sie häufig sehr lange genutzt. Fahrzeuge mit einem Alter von zwanzig Jahren oder mehr sind keine Seltenheit, sondern eher Alltag auf den Campingplätzen in Europa. Da sich – unabhängig von ihrem Alter – bislang fast ausschließlich konventionelle Fahrzeuge in dieser Flotte befinden, bietet es sich für Werkstätten an, sich mit diesem lukrativen Geschäftsfeld zu beschäftigen. Denn der Caravan braucht auch noch in zehn oder fünfzehn Jahren einen neuen Zahnriemen oder frische Bremsen.

Während Antrieb und Bremsen konventionelle Technik sind, die den meisten Werkstätten bestens bekannt ist, bilden der Aufbau und die Zusatzausstattungen neue Themenfelder, die Schulungs- und Weiterbildungsbedarf notwendig machen. So findet etwa die Diagnose und das Einstellen einer Standheizung nicht über die gewohnte Mehrmarkendiagnose statt, sondern über ein eigenes System der Hersteller. So ist die elektrische Versorgung des Innenraums zwar prinzipiell ebenfalls in 12-Volt-Technik ausgeführt, weist gegenüber einem herkömmlichen Pkw jedoch Besonderheiten auf, die es bei der Diagnose und Reparatur elektrischer Geräte zu beachten gilt. Auch kleinere Reparaturen an der Außenhaut der Freizeitmobile sind aufgrund der strukturierten Oberfläche nicht mit Spachtel und Lack erledigt. Da Kunststoffe und Sperrholzplatten zum Einsatz kommen, müssen die Reparaturverfahren darauf abgestimmt sein, um eine langfristige und optisch hochwertige Reparatur zu gewährleisten, die zudem den Witterungsverhältnissen standhält.

Auch wenn die Flotte an konventionellen Fahrzeugen in den nächsten zehn Jahren bereits abzunehmen beginnt, so stehen die Servicegeschäfte für Reisemobile gerade erst vor ihrer Blütezeit – nie wurden mehr Fahrzeuge dieser Klasse verkauft, als in den vergangenen drei Jahren. Ein guter Zeitpunkt, sich mit dem Einstieg in dieses lukrative Servicegeschäft zu sichern. (SB)

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