CSM: Chrom aus der Lackierpistole

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Die CSM-Verspiegelung verspricht hervorragende Resultate – wenn man in der Anwendung eine entsprechende Routine aufgebaut hat.

Mit der sogenannten CSM-Verspiegelung hat der Lackhersteller Axalta seit Kurzem eine Technologie im Angebot, mit der sich beispielsweise gealterte Chrom-Fahrzeugteile originalgetreu aufarbeiten lassen. Eine Reihe von Werkstätten arbeitet bereits mit dem Verfahren des Herstellers CSM Coating Systems, das Axalta über seine Refinish-Marken Cromax, Spies Hecker und Standox vertreibt.

Eingesetzt wird CSM zum Beispiel bereits im Lackier- und Karosseriezentrum von Mercedes-Benz in Ludwigsfelde bei Berlin – hier werden nach Eigenaussage pro Jahr bis zu 18.000 Fahrzeuge repariert. Die CSM-Anlage wird für verschiedene Zwecke eingesetzt, und nicht etwa nur an Old- und Youngtimern, sondern auch an modernen Fahrzeugen. „Hierzulande gibt es kaum noch Galvanisierbetriebe“, erklärt Ingo Kaspar, Leiter des Kundendienstes. „Darum setzen wir das CSM-Verfahren auch für die Felgenlackierung, für Trittbretter, Schweller und für Teile aus dem Wageninneren ein. Da kommt schon einiges zusammen. Dennoch ist die Verspiegelung bei uns sicher noch kein typisches Alltagsgeschäft.“

Kaspar ist mit dem CSM-Verfahren sehr zufrieden, weist jedoch darauf hin, dass die Gewöhnung an die neue Technologie ihre Zeit braucht. Zwar entsprächen einige Arbeitsschritte der Verspiegelung einer normalen Fahrzeuglackierung, doch andere – wie etwa die „Bekeimung“ – unterscheiden sich deutlich. „Das Verfahren ist schon recht schulungsintensiv“, resümiert er. „Man braucht eine Weile für die Einarbeitung.“ Der Betrieb hat zwei Lackierer in dem CSM-System ausbilden lassen, und von der Betreuung und Schulung durch CSM ist Kaspar begeistert: „Der Service ist exzellent!“

Auch im Lackierfachbetrieb Spar in Hallbergmoos bei München kommt seit einigen Monaten das CSM-Verfahren zum Einsatz, hier hauptsächlich im Rahmen von Restaurierungsaufträgen für Old- oder Youngtimer. „Nehmen Sie beispielsweise die Stoßstangen oder Zierleisten an einem BMW-Coupe aus den frühen 70er-Jahren oder die Fensterleisten, Radkappen oder Rückspiegelgehäuse von einem VW T1“, macht Michael Spar, Chef des Betriebes in zweiter Generation, ein Beispiel auf. „Solche Teile mussten wir früher in Galvanik-Betrieben in Osteuropa beschichten lassen. Heute können wir das mit der CSM-Verspiegelung bei uns erledigen.“ Doch Spar setzt CSM auch für andere Zwecke ein. „Wir haben beispielsweise für einen Club 100 Spirituosenflaschen mit einem spektakulären Metall-Look versehen.“

Trotz der Unterschiede zum klassischen Lackieren, erklärt Michael Spar, hatte man in Hallbergmoos keine größeren Probleme mit der neuen Technik: „Mein Lackiermeister, ein Geselle und ich selbst haben uns schulen lassen. Die Schulung dauerte einen Tag – am Tag drauf haben wir es dann bereits selbst ausprobiert.“ Doch er räumt ein: „Auch hier gilt natürlich: Erst Übung macht den Meister. Man muss schon regelmäßig dranbleiben, um Erfahrung und die nötige Routine mit der Verspiegelung zu bekommen.“

Autor: Holger Pinnow-Locnikar

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