Der elektrische Dämpfer – Vorteile für den Fahrer, mehr Aufwand für die Werkstatt

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Bildquelle: ZF

Galten Stoßdämpfer lange Zeit als einfache Produkte in der Werkstatt, so haben sie sich längst zum Hightechprodukt gemausert. Elektronische Dämpfer erfordern mehr Aufmerksamkeit und Wissen in der Werkstatt – sind aus neuen Fahrzeugen jedoch nicht mehr wegzudenken.

Elektronische Fahrwerke sind nichts Neues, doch waren viele Produkte bislang nur als Originalersatzteil über den Fahrzeughersteller erhältlich. Mittlerweile bietet ZF eine Vielzahl an elektronischen Dämpfern auch im Aftermarket an.

Elektronische Dämpfer sicher erkennen

Doch vor der Reparatur muss die Werkstatt erst einmal erkennen, dass in dem Fahrzeug elektronische Dämpfer verbaut sind. Unter Umständen weiß der Fahrzeugbesitzer selbst gar nichts über dieses Feature. Umso wichtiger ist es, dass die Werkstätten elektronische Dämpfer sicher erkennen. Einfach ist es, wenn es sich um die Bauart mit externem Ventil handelt. Hier ist das Proportionalventil, das für die Anpassung der Dämpfkräfte sorgt, außenliegend im unteren Bereich der Dämpferrohrs angebracht und kaum zu übersehen. Dämpfer mit internem Ventil sind hingegen nur an dem Kabel zu erkennen, das aus der Kolbenstange herausragt. Diesen Bereich sehen Werkstattmitarbeiter aber beispielsweise beim Radwechsel gar nicht.

(Bildquelle: ZF)

Technik kaschiert den Verschleiß

Da der Stoßdämpferverschleiß schleichend erfolgt, spüren viele Autofahrer das sich verändernde Fahrverhalten ihres Fahrzeugs nicht oder gewöhnen sich unbewusst daran. Dämpfer mit variablen Ventilen können diese Effekte bis zu einem gewissen Grad ausgleichen. Auch lassen sich elektronische Dämpfer mit herkömmlichen Stoßdämpfertestverfahren nicht aussagekräftig prüfen. Doch die Abnutzung ist trotzdem da, die Haltbarkeit variabler Dämpfer nicht per se größer als die herkömmlicher, rein hydraulischer Konstruktionen. Am Ende der Lebensdauer stellen sich deshalb die gleichen negativen Auswirkungen auf die Fahrsicherheit ein: Stärkere Aufbaubewegungen und Kontaktverlust zwischen Reifen und Fahrbahn führen zu längeren Bremswegen und unsicherem Fahrverhalten.

Elektronische Fehlerbilder kommen hinzu

Hinzukommt noch eine neue Schadensklasse, nämlich elektrische und elektronische Defekte. Von der abgeknickten Leitung und dem Marderbiss über den korrodierten Stecker bis zum Sensorschaden ist hier vieles möglich. Solche Schäden werden dem Autofahrer immerhin per Warnleuchte angezeigt. Manche Autos schalten den Motor sogar in den Notlauf, wenn die Dämpferverstellung ausfällt. (SB)

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