Motor nach Überholung mit Öl aufdrücken

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Bildquelle: MS Motorservice

Bei instandgesetzten Motoren muss vor der Erstinbetriebnahme eine Druckölbefüllung erfolgen. Denn nach der kompletten Überholung eines Motors befindet sich kein Öl mehr im Ölkreislauf. Beim ersten Start des Motors müssen jedoch alle Lagerstellen so schnell wie möglich mit Öl versorgt sein. Dafür müssen die Ölkanäle des Motors, der Ölfilter und der Ölkühler entlüftet und vorab mit Öl befüllt werden. Wenige Umdrehungen reichen für eine ausreichende Schmierung der Lagerstellen, um Schäden zu vermieden.

Wie macht man eine Druckölbefüllung?

Für die fachgerechte Befüllung kann ein Ölabfüllgerät mit Druckspeicher verwendet werden. Hierzu das vom Hersteller vorgeschriebene Öl in den Behälter einfüllen, Absperrhahn schließen und entweder durch eine Handpumpe oder ein angeschlossenes Luftdruckgerät einen Druck von ca. 2,5 bar aufbauen.

Als Anschlussstellen für das Aufdrücken eignen sich die Verschlussstopfen des Ölkanals oder die Anschlussstelle des Öldruckschalters. Wenn möglich, einen Anschluss verwenden, der vor dem Ölfilter liegt. Dann sollte das Öl unter möglichst konstantem Druck in die Ölversorgungsleitung des Motors gepresst werden.

Achtung: Der Ölstand des Ölfüllbehälters darf nicht unter den Minimalstand absinken. Denn falls Luft angesaugt wird, muss der Vorgang wiederholt werden.

Tipp: MS Motorservice empfiehlt, den Motor ohne Ölwanne und Zylinderkopfabdeckungen abzudrücken. So sieht man, welche Lagerstellen das Öl schon erreicht hat.

Das Öl wird so lange in den Motor gepumpt, bis es an den Ölschmierstellen austritt, die am weitesten von der Ölpumpe entfernt sind. Nach Schließung des Ölkreislaufes sollte die Erstinbetriebnahme zeitnah erfolgen. (cepe)

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