Präsidentenwechsel beim GVA

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Einstimmiges Votum der GVA-Mitglieder für den neuen Präsidenten Thomas Vollmar (links). Der Alt-Präsident Hartmut Röhl wurde zum Ehrenpräsidenten des GVA ernannt.

Hannover wurde ein neues GVA-Präsidium gewählt. Nach fast zwanzig Jahren an der Spitze des GVA hat Hartmut Röhl auf eine neue Kandidatur verzichtet. Als sein Nachfolger wurde der langjährige Carat-Geschäftsführer und Branchenkenner Thomas Vollmar gewählt.

Der neue GVA-Präsident Thomas Vollmar dankte Hartmut Röhl im Namen des gesamten GVA für sein langjähriges erfolgreiches Engagement. Die Branche hat ihm viel zu verdanken. Dafür ist Hartmut Röhl zum Ehrenpräsidenten des GVA ernannt worden.

BU: Einstimmiges Votum der GVA-Mitglieder für den neuen Präsidenten Thomas Vollmar (links). Der Alt-Präsident Hartmut Röhl wurde zum Ehrenpräsidenten des GVA ernannt.

Angespannte Branchenkonjunktur

Auch im Kfz-Ersatzteil- und Servicemarkt haben coronabedingten Einschränkungen bei Verfügbarkeit von Produkten und Transportkapazitäten, die hohen Energiepreise und der Fachkräftemangel ihre Spuren hinterlassen. Zwar wurde die wirtschaftliche Lage im zweiten und dritten Quartal des Jahres 2021 positiv bewertet, die Wintermonate 2020/2021 und 2021/2022 haben die Stimmung jedoch getrübt, so die Ergebnisse der GVA-Mitgliederbefragungen des Jahres 2021 und des ersten Quartals 2022.

„Auch wenn die Branche wieder einmal ihre Robustheit und Flexibilität unter Beweis gestellt hat, fahren auch wir, wie alle anderen, aktuell auf Sicht.“, fasste GVA-Geschäftsführerin Marita Kloster die Situation zusammen.

GVA-Kongress gibt Antworten auf die Fragen der Zukunft des Automotive Aftermarkets

Der GVA-Kongress bot den rund 220 Teilnehmerinnen und Teilnehmern interessante Einblicke in verschiedene Themen des Kfz-Ersatzteil- und Servicemarktes. Die Themen reichten vom Einsatz von E-Fuels, über Cybersecurity, betriebswirtschaftliches Benchmarking und Anpassung der Vertriebsstrategien, bis hin zu einer Einschätzung der aktuellen politischen Lage aus Sicht der Politikwissenschaft.

Wie sieht die Vertriebsstrategie der Zukunft aus?

Durch Corona sind Vertriebsorganisationen unter erheblichen Druck geraten. Durch weitere Entwicklungen, wie den Ukraine-Krieg, hat sich die Situation für viele Unternehmen verschärft. Drastische Preiserhöhungen, fehlende Transportkapazitäten und mangelnde Verfügbarkeit bestimmter Vorprodukte belasten die Unternehmen des Kfz-Aftermarket ganz konkret.

Über die Gegenmaßnahmen, die ergriffen werden können, um die Krisenzeiten meistern, referierte auf dem GVA-Kongress Dr. Jan Helge Guba, seit 2011 Forscher zum Thema Vertriebsmanagement an der Ruhr-Universität Bochum. Seiner Meinung nach sollte drei Bereiche in den Fokus gestellt werden:

  1. Kundenpriorisierung,
  2. Hybrid Selling und
  3. Entwicklung digitaler Geschäftsmodelle.

Eine optimale Kunden-Priorisierung ist eine Kombination aus historischen Umsätzen und zukunftsorientierten Kennzahlen „Werden Umsatzpotential, Share-of-Wallet und relativem Deckungsbeitrag zusammengenommen, wird der Kundenbesuch 2,5fach effektiver“, so Guba. Mehr Effizienz und Produktivität ließe sich darüber hinaus mit Hybrid selling erwirtschaften. Die Mischung aus Vor-Ort- und Online-Besuchen verbessert zudem auch die CO2-Bilanz. „20 Prozent mehr Gesamtbesuche bei gleichzeitiger Senkung der Pkw-Kosten um 20 Prozent sind möglich.“ Aber auch die Möglichkeit, die Kund:innen über digitale Werkzeuge intensiver zu betreuen, schaffe neue Kompetenzen, die am Ende zu einem verbesserten Wertschöpfungsbeitrag führen.

Greift der Gewissheitsschwund um sich?

Der Politikwissenschaftler Prof. Dr. Karl-Rudolf Korte von der Universität Duisburg-Essen ist bekannt für seine scharfen Analysen und klaren Schlussfolgerungen. Sein Thema „Gewissheitsschwund: Wählen und Regieren unter den Bedingungen der Transformation“ hat die Teilnehmer:innen zum Ende des Kongresses noch einmal zu Lachtränen gerührt.

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