Vorsprung mit System

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Karsten Stöcker, Axalta Business Development Manager
Bastian Bultink, Inhaber der IDENTICA Bultink GmbH

Sogenannte Werkstattsysteme, also die Vereinigung freier Kfz-Werkstätten unter einer Dachmarke, verändern allmählich das Bild der freien Werkstätten in der Öffentlichkeit. Welche Auswirkungen „Corona“ auf die Kommunikation und den Service hatte, warum Werkstattsysteme generell für freie Werkstätten interessant sind und welche Vorteile speziell das Werkstattsystem IDENTICA gegenüber anderen Lösungen hat, das erläutern Karsten Stöcker von Axalta und K+L-Werkstattbesitzer Bastian Bultink.

Schlechter Film – mit Happy End?

„Für uns war Corona erst einmal wie ein schlechter Film“, blickt Bastian Bultink, Inhaber der IDENTICA Bultink GmbH in Hagen, auf den Beginn der Pandemie zurück. „Von jetzt auf gleich gab es täglich neue Vorschriften und andere Hygienemaßnahmen, die es einzuhalten galt. Und nicht nur wir waren verunsichert, sondern auch unsere 60 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen.“

In der Systemzentrale von IDENTICA reagierte man schnell auf die sich drastisch verändernde Lage: „Unser Werkstattsystem hat sich binnen weniger Tage organisatorisch an die neue Situation angepasst. Dazu haben wir zum Beispiel unsere digitalen Kommunikationsmöglichkeiten ausgebaut und konkrete Hilfestellung per Telefon- und Videokonferenzen gegeben“, erklärt Karsten Stöcker, Business Development Manager bei Axalta. Dadurch konnte man, so Stöcker, das Knowhow der Betriebe auf hohem Niveau halten und den Partnern so Vorsprung zu verschaffen.

Bei Bultink  gewöhnte man sich schnell an die veränderten Bedingungen, und dank der Unterstützung der Systempartner und des IDENTICA-Netzwerks hielten sich die negativen Effekte in Grenzen: „Wirtschaftlich verzeichnen wir an unserem Standort aufgrund unseres großen Vorlaufes zum Glück keine hohen Einbußen. Allerdings bleibt die Verunsicherung, wie sich die Lage der Infektionen entwickelt und ob erneut Einschränkungen im täglichen Leben zu erwarten sind“, fasst Bastian Bultink den gegenwärtigen Stand zusammen.

Kompetenz-Netzwerk

Der Rückhalt, den Bultink als Partnerbetrieb eines großen Netzwerks findet, gibt dabei eine gewisse Sicherheit, auch bei kommenden Herausforderungen nicht auf sich allein gestellt zu sein. „Ein Unternehmen verantwortungsvoll zu führen, fordert eine Vielzahl ganz unterschiedlicher Kompetenzen – überall Expertenwissen zu haben, ist nicht immer einfach und auch nicht möglich“, weiß Bultink. „Natürlich könnte man dazu Personal einstellen, sich selbst fortbilden, aber dies ist eine Kosten- und natürlich auch Zeitfrage – Eigenentwicklungen sind eben deutlich teurer als gemeinschaftliche Entwicklungen.“ Dabei sieht Bastian Bultink die Vorteile von IDENTICA vor allem darin, Unterstützung in den verschiedenen Geschäftsbereichen zu finden und regen Austausch sowie Unterstützung im Netzwerk der Partnerbetriebe.

Werkstattsysteme erfreuen sich wachsender Beliebtheit, das hat inzwischen auch die Marktforschung bestätigt. Für Karsten Stöcker kommt das nicht überraschend: „Diese Beobachtung machen wir bereits seit Langem. Sowohl kleine als auch große Betriebe suchen Unterstützung in Marketing, Weiterbildung und Knowhow. Sie wollen dabei vom Wissen, von den Konzepten und der Kraft der starken ‚Marken‘ profitieren.“

Natürlich bedeutet das auch, dass die ‚starke Marke‘ im Namen der Partnerbetriebe präsent ist. So heißt die Bultink GbmH eben nunmehr IDENTICA Bultink GmbH – eine Veränderung, die auch Gewöhnung erfordert: „Natürlich fällt es schwer, seinen seit Generationen bestehenden Familiennamen erst an zweiter Stelle zu lesen“, gesteht Bastian Bultink, aber die Vorteile wiegen das nach seiner Ansicht auf: „Unsere Kunden haben ganz schnell verstanden, dass sie in einem inhabergeführten IDENTICA-Betrieb das Beste aus beiden Welten erhalten: langjährige Erfahrung mit höchsten handwerklichen Standards genauso wie das breite Expertenwissen, das uns das Werkstattsystem zur Verfügung stellt.“

Gemeinsam stark

Dabei ist es Karsten Stöcker ganz wichtig zu betonen, dass IDENTICA anders als vielleicht andere Werkstattsysteme nicht darauf basiert, die derzeit rund 160 Partnerbetriebe zu bevormunden: „IDENTICA ist ein basisdemokratisches System, in dem und zu dem sich alle Lizenznehmer äußern, Ideen einbringen und Vorgänge verändern können.“ Bastian Bultink bestätigt: „Bei IDENTICA bleibt der Unternehmer auch weiterhin Unternehmer. Wir werden nicht ferngesteuert, sondern treffen die unternehmerischen Entscheidungen ganz eigenständig vor Ort. Bei IDENTICA übernimmt jeder Betriebsinhaber die wirtschaftliche und finanzielle Verantwortung für sein Unternehmen. Er kann sich aber gleichzeitig auf den Rat und den Rückhalt des Systems verlassen: Klarer Markenauftritt. Partnerschaftliches Miteinander. Gemeinsame Werbung. Eine starke Stimme gegenüber Versicherungen und Verbänden. Gemeinsame Fortbildungen und der gemeinsame Einkauf. All das zählt.“

In den nächsten Monaten will man bei IDENTICA vor allem die konsequente Digitalisierung der Partnerbetriebe vorantreiben – nicht zuletzt eine Erkenntnis der Corona-Pandemie. Dabei will man auch den älteren Werkstattinhabern, die nicht als Digital Natives aufgewachsen sind, eine helfende Hand reichen, um den sich verändernden Ansprüchen einer jünger werdenden Kundschaft gerecht werden zu können.

Autor: Holger Pinnow-Locnikar

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