Warten worauf?

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Alle Welt spricht von der E-Mobilität. Politik und Autoindustrie haben sich im Herbst 2019 medienwirksam auf eine drastische Erhöhung der Fördermittel beim Kauf von E-Mobilität geeinigt. Andere Antriebsarten, wie Wasserstoff oder umweltfreundliche Treibstoffe, werden überhaupt nicht zur Kenntnis genommen bzw. werden auf keinen Fall gefördert.

Nur über die E-Mobilität sollen die EU-weit geforderten neuen Werte des CO2-Ausstoßes im Schnitt 95 Gramm erreicht werden. Heute liegt beispielsweise VW bei 156 Gramm pro Auto/km. Andernfalls drohen Milliardenstrafen für die hart gebeutelten Autohersteller.

Und das Ergebnis? JA bei Politik und Autoindustrie, NEIN in der Praxis. Statt zuzugreifen, verweigern sich die Autofahrer. Im Oktober 2019 haben Privatkunden gerade einmal 1.120 Fahrzeuge mit reinem E-Antrieb gekauft. E-Mobile sind aktuell meistens in Flotten wie bei DHL und bei Lieferdiensten zu finden. Billige „Kisten“ ausreichend für die geringen
Tageskilometer und vor allem mit eigenem Netz an Ladestationen.

Für den privaten Autofahrer stellt sich ein ganz anderes Bild dar:

  • zu hohe Preise
  • nicht abrufbereite Fördermittel
  • keine Lieferfähigkeit gewünschter E-Autos
  • Ladedauer und Reichweite nur für Kurzstrecke
  • eine nicht vorhandene Infrastruktur an öffentlichen Ladesäulen
  • Erhöhung der kW-Stunde aktuell z. B. bei IONITY von bisher 8 Euro pro Ladevorgang auf 79 Cent pro KWh. Tankt man 60 KWh zum Preis von 47 Euro für eine Reichweite von 350 km kostet das mehr als Benzin.

Das ist eine Verkehrs- und Umweltpolitik, die an der Praxis und den Wünschen der vielen Millionen Autofahrer völlig vorbeigeht. Hier muss sich grundlegend etwas verändern.

Natürlich wird die E-Mobilität nötig, sie wird ein wichtiger Teil der zukünftigen Antriebstechnologie sein, aber wir werden auf andere Antriebe nicht verzichten können. E-Mobilität gilt vor allem für den individuellen Nahverkehr. Für die täglichen Wege zur Arbeitsstelle zum Einkauf vor allem im ländlichen Bereich. Das betrifft also Eure/Ihre Kundschaft.

Darum: Stellen Sie sich als zukunftsorientierte freie Kfz-Werkstatt darauf ein. Informieren Sie sich, schulen Sie Ihre Mitarbeiter, damit diese von Anfang die E-Kompetenz an Stamm- und Neukunden weitergeben können.

Vorschlag: Bieten Sie Schnellladesäulen an der Werkstatt an. Stellen Sie preiswerte E-Werkstattersatzwagen zum Ausprobieren bereit und halten Sie parallel den älteren Fuhrpark der Kunden fit. Denn das Fahrzeugalter steigt weiter: Aktuell liegt es bei durchschnittlich 9,7 Jahren. Von den 47,1 Mio. in Deutschland zugelassenen Pkw wiesen am 1. Januar 2019 rund 40 % ein Alter von 10 und mehr Jahren auf.

Auf ein gutes Jahr 2020!
Mit freundlichem Gruß
Ihr Manfred Kaufhold Verleger

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