Eine spannende Frage: Denn wenn sich die hochsommerlichen Temperaturen von bis zu 38 Grad auf Fahrbahnen auswirken und den Asphalt aufweichen lassen, dann könnten doch auch die Reifen unter der Hitze leiden.
Der Reifenhersteller Hankook hat eine beruhigende Antwort parat: Moderne Qualitätsreifen sind für hohe Temperaturen und thermische Belastungen im Fahrbetrieb ausgelegt. Dennoch ist eine regelmäßige Kontrolle wichtig, damit der Reifen seine Sicherheitsreserven voll ausspielen kann.
Wärme, die im Fahrbetrieb entsteht, verformt die Aufstandsfläche der Reifen permanent. Diese sogenannte Walkarbeit nimmt zu, wenn Reifen mit zu niedrigem Luftdruck, hoher Geschwindigkeit oder starker Beladung gefahren werden. Kommen hohe Außentemperaturen und heißer Asphalt hinzu, steigt die thermische Beanspruchung zusätzlich. Daher empfiehlt Hankook besonders bei Hitzewellen die regelmäßige Kontrolle von Luftdruck, Profiltiefe und Reifenzustand.
Wichtig ist, den Reifendruck bei kalten Reifen prüfen. Wird bei warmem Reifen gemessen und dann gar Luft abgelassen, kann nach dem Abkühlen ein zu niedriger Luftdruck entstehen. Das erhöht die Walkarbeit, die Wärmeentwicklung, den Verschleiß sowie den Spritverbrauch – und kann die Sicherheitsreserven des Reifens verringern.
So prüfen Sie den Luftdruck richtig:
- Reifendruck regelmäßig und immer bei kalten Reifen prüfen
- Angaben des Fahrzeugherstellers beachten. Diese finden sich etwa in der Tankklappe, an der B-Säule oder in der Betriebsanleitung
- Beladungszustand berücksichtigen, besonders vor Urlaubsfahrten mit viel Gepäck
- Reifendruck bei voller Beladung der Herstellervorgabe anpassen
- Keine Luft aus warmgefahrenen Reifen ablassen
- Warnmeldungen des Reifendruckkontrollsystems beachten; Achtung: nur aktive Systeme zeigen den tatsächlichen Druck an, die üblichen passiven Systeme ersetzen nicht den Check
Vor längeren Sommerfahrten, insbesondere vor Urlaubsreisen oder Fahrten mit voller Beladung, empfiehlt Hankook einen Reifencheck über die oben beschriebene Luftdruckprüfung hinaus. Er hilft, mögliche Risiken frühzeitig zu erkennen und die Leistungsfähigkeit der Reifen zu erhalten.
Sommer-Check vor langen Fahrten:
- Profiltiefe kontrollieren: ausreichendes Profil unterstützt Fahrstabilität und Nassgrip
- Sichtprüfung durchführen: den Reifen auf Risse, Beulen, Schnitte oder eingefahrene Fremdkörper prüfen
- Abriebbild beachten: ungleichmäßiger Verschleiß kann auf falschen Druck, Überlastung oder Fahrwerksprobleme hinweisen
- Beladung prüfen: Zuladung, Dachbox, Anhänger oder Wohnwagen erhöhen die Reifenbelastung, dann ist ggf. der Reifendruck zu erhöhen (Betriebsanleitung beachten)
- Reifenalter im Blick behalten: ´ältere Reifen besonders sorgfältig prüfen (lassen)
Auch Standhitze nicht unterschätzen
Nicht nur während der Fahrt, auch im Stand können Reifen bei Hitzewellen zusätzlich belastet werden. Fahrzeuge, die längere Zeit auf stark aufgeheiztem Asphalt stehen, sind lokaler Wärme, UV-Strahlung und statischer Last ausgesetzt. Das kann insbesondere bei zu niedrigem Luftdruck, hoher Fahrzeuglast oder längeren Standzeiten Standplatten begünstigen und Alterungsprozesse beschleunigen.
Relevant ist das vor allem für Fahrzeuge, die saisonal oder unregelmäßig genutzt werden – etwa Zweitwagen während der Urlaubszeit, Wohnmobile, Caravans, Anhänger oder Flottenfahrzeuge.
Tipps für längere Standphasen bei Hitze:
- Möglichst schattige oder überdachte Parkflächen nutzen
- Reifendruck vor längerer Standzeit prüfen. Gegebenenfalls die Hinweise des Fahrzeugherstellers zur Stand- oder Maximallast-Befüllung beachten
- Unnötige Zusatzlast während der Standzeiten möglichst vermeiden
- Fahrzeug gelegentlich bewegen
- Reifen vor Wiederinbetriebnahme auf Risse, Verformungen oder Beschädigungen prüfen
- Bei Wohnmobilen, Caravans, Anhängern und Transportern besonders auf Last und Luftdruck achten