Durch den Kauf eines Fahrzeugs mit manipuliertem Kilometerstand zahlen Autofahrer nicht nur deutlich mehr, als das Auto tatsächlich wert ist, sondern müssen später möglicherweise auch mit häufigen Reparaturen rechnen.
Die Studie des IT-Datenunternehmens carVertical hat ermittelt, wie sich Kilometerstandbetrug auf den Wert eines Fahrzeugs auswirkt. Ein Ergebnis lautet, dass in einigen Märkten Autofahrer knapp 50 Prozent zu viel zahlen für ein Auto mit manipuliertem Kilometerstand. In Deutschland kann ein für 20.000 Euro angebotenes Auto mit manipuliertem Kilometerstand möglicherweise tatsächlich nur etwa 13.500 Euro wert sein.
„Da nicht alle Kilometerstandsdaten digitalisiert sind, kann es ziemlich schwierig sein, festzustellen, ob der Kilometerzähler eines Fahrzeugs manipuliert wurde. Hinzu kommt, dass Länder nach wie vor keine einheitlichen Fahrzeugdaten austauschen, sodass Gebrauchtwagenkäufer im Unklaren bleiben“, erklärt Matas Buzelis, Experte für den Automobilmarkt bei carVertical.
Die von carVertical überprüften Fahrzeuge wiesen bei 1,7 Prozent einen manipulierten Kilometerstand in Deutschland auf. Im Durchschnitt waren die Kilometerzähler um 34.400 Kilometer zurückgedreht worden. Im Vergleich dazu wiesen in Belgien, wo Kilometerstandbetrug den Fahrzeugwert um bis zu 47,2 Prozent erhöht, 2,3 Prozent der Fahrzeuge einen veränderten Kilometerstand auf. In diesem Land wurden durchschnittlich 38.500 Kilometer vom tatsächlichen Kilometerstand des Fahrzeugs abgezogen.
„Kilometerstandbetrug ist europaweit nach wie vor ein ernstes Problem, und die Länder unternehmen immer noch zu wenig, um wirksam dagegen vorzugehen. Deutschland ist der größte Gebrauchtwagen-Exporteur in der EU und exportiert jährlich fast 2 Millionen Gebrauchtwagen in andere EU-Mitgliedstaaten. Es folgen Italien, Belgien und die Niederlande. Wenn solche Länder also die Weitergabe bestimmter Daten zur Fahrzeughistorie für exportierte Autos einschränken, fehlen den Fahrern in anderen Ländern wichtige sicherheitsrelevante Informationen. Um den Kauf eines Fahrzeugs mit manipuliertem Kilometerstand zu vermeiden, sollte vor dem Kauf eines Gebrauchtwagens stets dessen Historie überprüft werden“, sagt Buzelis.
Stark betroffene Marken
Marken, die in Deutschland am häufigsten ins Visier von Betrügern geraten, sind in der Regel beliebte, stark nachgefragte Modelle. Unter den von carVertical untersuchten Elektrofahrzeugen wurde der höchste Anteil an Fahrzeugen mit Kilometerstandabweichungen bei Renault (2,7 %) festgestellt, gefolgt von Opel (1,8 %), Tesla (1,6 %), Volkswagen (1,4 %) und Seat (1,4 %).

Im Hybridsegment kam es am häufigsten zu Kilometerstandbetrug bei Lexus (2,3 %), Škoda (1,9 %), Toyota (1,2 %), Mercedes-Benz (1,1 %) und Volkswagen (0,9 %). „Viele Autofahrer glauben immer noch, dass moderne Fahrzeuge nicht manipuliert werden können, doch die Realität beweist das Gegenteil. Ein hoher Kilometerstand bedeutet bei Elektrofahrzeugen oft einen stärkeren Verschleiß der Batterie, was deren Reichweite verringert. Infolgedessen neigen Käufer dazu, solche
Fahrzeuge zu meiden. Dies schafft wiederum einen Anreiz für Verkäufer, den Kilometerstand künstlich zu verringern und das Fahrzeug in einem besseren Zustand darzustellen, als es tatsächlich ist“, erklärt Buzelis.
Während Dieselfahrzeuge deutschlandweit nach wie vor am häufigsten manipuliert werden, zeigt die wachsende Zahl von Hybrid- und Elektroautos, dass kein Segment völlig sicher ist. Dies deutet darauf hin, dass Kilometerstandbetrug nach wie vor weit verbreitet ist und wohl so schnell nicht verschwinden wird.
Methodik
Die Auswirkungen der Kilometerstandmanipulation wurden anhand von Fahrzeugberichten gemessen, die von den Kunden des Unternehmens zwischen April 2025 und März 2026 erworben wurden. Die Studie untersucht Wertveränderungen bei Fahrzeugen, die zwischen 2005 und 2025 hergestellt wurden und bei denen der Kilometerstand manipuliert wurde bzw. echt ist.










































