Neue Euro-7-Abgasnorm ab 29. November 2026

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Vincenzo di Caro, Senior Manager Vehicle Programme bei TMD Friction (Foto: TMD Friction)

In der Europäischen Union müssen neue Automodelle Abgasnormen erfüllen, um zugelassen zu werden. Die neue Schadstoffnorm Euro 7 soll bewirken, dass Autos, Busse und andere Fahrzeuge in der EU künftig weniger umwelt- und gesundheitsschädliche Stoffe verursachen. Wie Textar als Experte für Reibung die Automobilindustrie auf dem Weg zu weniger Bremsemissionen unterstützt und warum die Wechselwirkung von Belag und Scheibe entscheidend ist , erklärt Vincenzo Di Caro, Senior Manager Vehicle Programme bei TMD Friction.

FW: Die neue Obergrenze pro Kilometer soll 7 mg Feinstaub betragen, wie ist aktuell der durchschnittliche Wert?

Vincenzo di Caro: Das ist von Fahrzeug zu Fahrzeug sehr unterschiedlich. Es gibt bereits Bremsen, die Euro 7 tauglich sind – das ist dann aber mehr ein Nebeneffekt. Ein Großteil der Fahrzeuge auf dem Markt wird aber den Grenzwert von 7 mg pro Fahrzeug und Kilometer um ein Vielfaches überschreiten. Die Spanne wird von 3 mg bis über 40 mg reichen.

FW: Es heißt, dass es auf die Paarung also Bremsscheibe und Bremsbelag ankommt. Sind beschichtete Bremsscheiben die Lösung?

Vincenzo di Caro: Was viele nicht wissen: Der größte Anteil des Abriebs stammt nicht vom Bremsbelag, sondern von der Bremsscheibe. Ein vielversprechendes Konzept, um die Emissionen zu verringern, ist eine hartstoffbeschichtete Graugussscheibe in Kombination mit einer maßgeschneiderten Reibmaterialmischung, die auf die Fahrzeugapplikation abgestimmt ist. Es gibt allerdings keine Standardlösung. Elektrofahrzeuge benötigen andere Systeme als Verbrenner, und auch Nutzung und Budget haben Einfluss. Hersteller müssen die gesamte Reibpaarung – Belag und Scheibe – in Einklang mit der Euro 7 bringen. Die Wechselwirkung beider Komponenten bildet ein komplexes System, in dem Materialeigenschaften, Oberflächenbeschaffenheit und thermisches Verhalten die Partikelemissionen beeinflussen. Es reicht nicht aus, einfach eine neue Reibmaterialmischung mit weniger Abrieb zu entwickeln. Jedes Rohmaterial muss sorgfältig ausgewählt werden, damit alle Komponenten harmonisch zusammenarbeiten und Leistung, Qualität und Bremskraft stimmen. Wird nur ein Inhaltsstoff verändert, kann dies die Integrität des Produkts mit all seinen geforderten Eigenschaften gefährden.

Um diesen Anforderungen gerecht zu werden, hat TMD Friction 1,5 Mio. Euro in einen eigenen Emissionsprüfstand investiert. So können wir schneller marktreife Produkte entwickeln und unabhängig testen, ohne externe Prüfstellen abwarten zu müssen.

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