
Im aktuellen Verkehrssicherheitsreport 2026 der technischen Überwachungsgesellschaft Dekra wurde das Gefährdungspotenzial von Menschen, die im öffentlichen Straßenraum arbeiten, untersucht. Der Straßenverkehr bleibt ein Hochrisikobereich – trotz moderner (Fahrzeug-)Technik, so das Ergebnis der Studie.
„Verkehrssicherheit entsteht nicht allein durch pauschale Verbote und starre Tempovorgaben. Verkehrssicherheit kann nur durch ein Zusammenspiel aus verantwortungsvollem Verhalten, intelligenter Infrastruktur und moderner Verkehrssteuerung nachhaltig verbessert werden“, kommentiert der Präsident des Automobilclubs von Deutschland (AvD), Lutz Leif Linden die Studie.
Die Dekra-Studie benennt Müdigkeit, Stress und Ablenkung als größte Unfallverursacher. Mit ursächlich für viele Verkehrsunfälle sei eine Vielzahl schwer kalkulierbarer Einflüsse, erläutert Jann Fehlauer, Geschäftsführer der Dekra Automobil GmbH. „Ungünstige Witterungsbedingungen, hohes Verkehrsaufkommen, technische Störungen oder das Verhalten anderer Verkehrsteilnehmender können jederzeit unvorhersehbare kritische Situationen zur Folge haben“, zählt Fehlauer auf. Zudem benennt er Zeitdruck, unregelmäßige Arbeitszeiten, monotone Fahrsituationen, fehlende Erholungsphasen und hohe Leistungsanforderungen als mögliche Ursachen von Stress und Ermüdung bei Verkehrsteilnehmern. Gerade Müdigkeit gelte als einer der wichtigsten Risikofaktoren im Straßenverkehr, da sie die Reaktionsfähigkeit und Aufmerksamkeit erheblich beeinträchtige, hebt der Dekra-Geschäftsführer hervor.
Eine weitere große Herausforderung moderner Verkehrssicherheit sieht der Dekra-Report in der Ablenkung durch technische Geräte. Dies betrifft demnach nicht zuletzt Berufskraftfahrerinnen und -fahrer. Denn Digitalisierung und Vernetzung verändern deren Arbeitsprozesse grundlegend. Navigationssysteme, digitale Auftragssteuerung und automatisierte Fahrfunktionen erleichterten zwar viele Aufgaben, führten jedoch auch zu neuen Anforderungen, heißt es in der Studie. Beschäftigte müssten gleichzeitig mehrere Informationsquellen verarbeiten und Entscheidungen treffen, während sie ihre Aufmerksamkeit auf den Verkehr richten. Insofern stelle die hohe Komplexität moderner Verkehrssysteme einen weiteren Risikofaktor am „Arbeitsplatz Straßenverkehr“ dar.
Um die Verkehrssicherheit in Deutschland insgesamt, aber insbesondere auch für Menschen, die im Straßenraum arbeiten, voranzubringen, hat die Dekra zehn Forderungen formuliert. Dazu zählen unter anderem ein konsequenter Schutz von Arbeitsstellen im Straßenraum, die vollständige und differenzierte Erfassung arbeitsbezogener Verkehrsunfälle sowie eine nachhaltige Verbesserung der Arbeitsbedingungen im Transportwesen. Ferner sollen die Vorschriften zur Ladungssicherung konsequenter überwacht und die Gefahrgutvorschriften weiterentwickelt sowie deren Einhaltung mehr kontrolliert werden. Darüber hinaus plädieren die Sachverständigen für strengere Kontrollen der Lenk- und Ruhezeiten, den Ausbau sicherer, beleuchteter und überwachter Lkw-Parkplätze sowie eine verbindliche Einführung von Gesundheitsförderprogrammen für Berufskraftfahrerinnen und -fahrer. Und last, but not least soll es hochautomatisiertes Fahren aus Sicht der Dekra nur unter klar definierten Sicherheitsbedingungen geben.
Der Link zur Studie: www.dekra.de/de/dekra-verkehrssicherheitsreport/










































