E-Fahrzeuge, wo geht die Reise hin?

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Bildquelle DAT

2023 waren 2,9 Prozent aller 49.098.685 zugelassenen Pkw mit Batterieantrieb. d. h. zum Stichtag 1.1.2024 waren insgesamt 1.408.681 BEV registriert.

Entwicklung der Neuzulassungen

Die Leasingquote bei privaten Autokäufern beträgt bei BEV knapp 30 Prozent (Quelle: DAT-Report)

Der Markt für gebrauchte, rein batterieelektrische Pkw ist im Vergleich zum gesamten Gebrauchtwagenmarkt weiterhin sehr klein. Im gesamten Jahr 2023 wechselten nach Informationen des KBA (Kraftfahrt-Bundesamt) 97.430 Pkw den Besitzer, das sind im Vergleich zu allen 6.030.874 Gebrauchtwagen nur 1,6 Prozent.

Doppelt so viele gebrauchte BEV – im Vergleich zum Zeitraum 2023 – wechselten den Besitzer im Januar und Februar 2024. Das gleiche gilt für gebrauchte Plug-in-Hybride im Januar und Februar 2024. In Zahlen waren es fast 20.000 gebrauchte BEV und 21.468 gebrauchte PHEV.

Weitere Ergebnisse aus dem DAT-Report 2024

Nur für 8 Prozent der privaten Neuwagenkäufern würden ein gebrauchtes E-Auto kaufen.

Das Leasing von Gebrauchtwagen generell spielt sich im Ein-Prozent-Bereich ab.

81 Prozent aller E-Neuwagen-Käufer verfügen über eine eigene Garage mit (wahrscheinlich) Lademöglichkeit.

38 Prozent der Gebrauchtwagenkäufer sind sogenannte Laternenparker und haben weder eine eigene Garage/Tiefgarage oder Carport, d. h. das private Laden eines E-Autos wäre für einen Großteil dieser Gruppe also eher problematisch.

Seit dem Ende der staatlichen Förderprämie zum 18.12.2023 ist der Markt durch starke Preissenkungen bei neuen E-Autos geprägt. Rutscht der Neuwagenpreis zu nahe an den Gebrauchtwagenpreis, ist ein Absenken der Gebrauchtwagenpreise meist die Konsequenz. Der Automobilhändler preist die Fahrzeuge also ab und verkauft sie dann. Dies betrifft Verbrenner und E-Autos gleichermaßen, nur dass E-Autos momentan auch als Neuwagen keine starke Nachfrage erleben.

2023 konnten die Händler das hohe Preisniveau teilweise halten, 2024 begann mit starken Preissenkungen für batterieelektrische Neuwagen. Das wirkt sich auch auf die Preise von gebrauchten BEV aus. Verbrenner verlieren aller-dings ebenfalls an Wert.

Fazit: Bei der derzeit verhaltenen privaten Nachfrage nach E-Fahrzeugen ist die Frage, wie geht es weiter? Auch 2024 werden neue BEV in großen Stückzahlen in den Markt gebracht. Nicht zwingend, um das 15-Mio.-Ziel der Bundesregierung (15 Mio. BEV bis 2030 im Pkw-Bestand) zu erfüllen, sondern auch um Strafzahlungen wegen nicht-eingehaltener CO2-Grenzwerte zu vermeiden. Jedes rein batterieelektrische Fahrzeuge ist ein lokales Null-Emissionsfahrzeug. Es stößt Null Gramm COpro Kilometer aus. Das hilft dabei, die Emissionswerte der gesamten Neuwagenflotte zu reduzieren. Zu bedenken ist jedoch, dass fast jedes rein batterieelektrische Fahrzeug nach einer gewissen Zeit auf den Gebrauchtwagenmarkt gelangen und dort im Wettbewerb mit gebrauchten Verbrennern und gebrauchten PHEV stehen wird.

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