Luftfahrwerk: nicht nur den Federbalg tauschen

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Im Inneren des Luftfederdämpferbeins steckt auch immer ein klassischer Stoßdämpfer (Foto: Continental)

Waren Luftfahrwerke einst nur der Oberklasse vorbehalten, findet man sie heute schon in C-Klasse, 3er BMW und Co. Ist ein Federdämpferbein verschlissen, muss die Werkstatt jedoch genau hinschauen.

Die Luftfederung sorgt im Fahrzeug dafür, dass trotz unterschiedlicher Beladung stets das gleiche Fahrzeugniveau gehalten werden kann. Das Resultat ist ein ideales Fahrverhalten in jedem Beladungszustand und jeder Fahrsituation. Bauartbedingt sprechen Luftfedern schneller und feiner an als ihre Bruder als Stahl, um kommen somit oftmals als Fahrwerke mit höchstem Federkomfort zum Einsatz – doch nichts hält bekanntlich ewig.

Das klassische Symptom eins defekten Luftfederdämpferbeins ist das Einsacken nach einer gewissen Standzeit ohne Fahrbetrieb: Der Federbalg ist porös geworden und allmählich entweicht die Luft, die hier die Aufgabe der normalen Stahlfeder übernimmt, und das Fahrzeug „auf Level“ halten soll. Zwar pumpt der Kompressor auch ein solch defektes Fahrzeug wieder auf Betriebsniveau hoch, dennoch sollte der Schaden schnellstmöglich instandgesetzt werden, um den teuren Kompressor und den Stoßdämpfer im Inneren des Federdämpferbeins nicht zu beschädigen.

Bei der Reparatur sollte die Werkstatt dringend einen Blick auf die Laufleistung und den sonstigen Zustand des Fahrwerks werfen: Zwar lassen sich die Federbälge relativ kostengünstig ersetzen, der im Inneren des Federdämpferbein gelegene Stoßdämpfer wird jedoch gerne vergessen. Dabei handelt es sich um einen klassischen Stoßdämpfer, der wie bei einem Stahlfahrwerk auch verschleißt – der Luftbalg übernimmt nur Aufgabe der Federung, nicht die der Dämpfung.

Neben den Fahrzeugherstellern bieten auch die Systemhersteller wie Continental oder Bilstein ihre Luftfederbeine für den Aftermarket an – zu deutlich attraktiveren Konditionen für Werkstätten und Fahrer. Bei einem anstehenden Wechsel der Federbälge sollte die Werkstatt daher prüfen, ob der Austausch des gesamten Luftfederdämpferbeins nicht die wirtschaftlichere und gesamtheitlichere Reparatur für das Fahrzeug darstellt. (SB)

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