Quo vadis Aftermarket 2023?

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Bildquelle: LKQ

Teilehandel und Großhandel 2023

Der Autoteile-Fachhandel war in der 80er Jahren noch mit 4.500 Standorten bundesweit vertreten. 2023 sind es knapp 2.500. Auch die Anzahl der Autoteile-Großhändler hat sich stark reduziert: von den 500 Großhandelsunternehmen sind heute noch etwa 200. Viele haben aufgrund fehlender Nachfolge oder aufgrund eines schwierigen Marktumfeldes verkauft, aufgegeben oder Insolvenz angemeldet, wie zuletzt die Hess Gruppe aus Köln mit 25 Standorten und die truckpower holding gmbh mit zehn Standorten in NRW und Hessen. Andere haben sich mit Unternehmenskäufen zu europaweit agierenden Mega-Dealern gewandelt oder sind einem globalen Netzwerk beigetreten.

IAM-Umsatzentwicklung

Mit dem Strukturwandel, dem Verbrenner-Verbot ab 2035, der Mobilitätswende etc. wird sich der Umsatz bei Wartung und Reparatur der Fahrzeuge verringern. Der Teileumsatz könnte laut ZDK-Studie bei einer großen Wartung von 261 Euro (bei Verbrennern) auf 61 Euro (BEV) fallen. Die Deloitte-Studie Autovertrieb 2035 prognostiziert: 55 Prozent weniger Umsatz im Aftermarket, 84 Prozent weniger Umsatz mit Wartung und 59 Prozent weniger Umsatz mit Verschleißreparaturen.

Die Gruppe der fabrikatsungebundenen Werkstätten ist über die letzten zwanzig Jahre stabil geblieben: Im Jahr 2000 gehörten 23.350 dieser Gruppe an, im Jahr 2022 waren es 22.230. Nach 2010 ist die Anzahl der Freien jährlich gestiegen – im Gegensatz zu den Werkstätten der Automobilindustrie (s. Tabelle).

Der Bestand von 48,8 Millionen Fahrzeugen sichert für die nächsten 20 bis 30 Jahre den vielen freien Werkstätten die Auslastung in den Werkstätten.

Wie sieht die Zukunft für die freien Werkstätten aus? Sind die Perspektiven der über 22.000 freien Werkstätten besser in einem Werkstattsystem und unter bundesweit einheitlicher Signalisierung? Oder ist die eigene Markenpräsenz wertvoller, weil „das Schmücken mit fremden Federn“ unsicher ist? So hätte die Marke Motoo durch die Insolvenz der Hess-Gruppe in die Obhut anderer Marktteilnehmer gehen können, hätten einige mutige Motoo-Partner nicht so schnell reagiert und die Marke gekauft. Sie gründeten eine Genossenschaft und seit Februar 2023 ist die Motoo eG registriert. Mit eigener Signalisation und dem eigenen Namen ist man für die Zukunft erkennbar.

Was wäre passiert, wenn Mitbewerber des IAM die Marke, für die Werkstattpartner über 17 Jahre investiert und geworben haben, erhalten hätten?

Bereits über 50 Genossen aus freien und vertragsgebundenen Werkstätten in Deutschland gehören der Genossenschaft an, signalisieren mit der Marke Motoo und akquirieren bundesweit weitere Mitglieder. Bis nächstes Jahr können sich die über 200 ehemaligen Motoo-Partner entscheiden, ob sie sich der Genossenschaft anschließen. Ansonsten müssen sie die Motoo-Marke abnehmen. Aktuell wurden dazu Motoo-Partner europaweit dazu gewonnen.

In dem Fachmedium FREIE WERKSTATT werden wir ausführlich in der Ausgabe 3.2023 (Erscheinungstermin: 31.03.2023) über die Zukunftspläne der Motoo eG berichten. (mkh)

Bei Interesse an einer Mitgliedschaft bei Motoo eG gibt der geschäftsführende Vorstand Jan Knoll gerne Auskunft.

Jan Knoll

Mobil: +49 172 5480 146

E-Mail: jan.knoll@motoo.de

Internet: www.motoo.de

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