Zusatzgeschäft Alu-Felge

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Bildquelle: shutterstock

Je neuer die Fahrzeuge, desto größer die Alufelgen – doch selten sind die Räder makellos. Ein attraktives Zusatzgeschäft für jede Werkstatt.

Noch vor zwanzig Jahren galten 16-Zöller als „große“ Felgen, 15-Zoll-Felgen waren der defacto-Standard. Heute gibt es kaum mehr ein Fahrzeug, dass nicht wenigstens mit 17-Zoll-Rädern ausgeliefert wird. Was sich hingegen nicht geändert hat, sind die ärgerlichen Beschädigungen am Rand der Felge, die von Feindkontakt mit dem Bordstein herrühren. Auch wenn technisch unbedenklich, stören sie ihre Besitzer:innen (und zumeist Verursacher:innen) sehr – Ihre Chance auf ein attraktives Zusatzgeschäft.

Was ist erlaubt, was ist verboten?

Erlaubt ist es, oberflächliche Schäden, meist Kratzer und Schrammen, bis zu einer Tiefe von einem Millimeter sowie maximal 50 Millimeter vom Außenhorn instand zu setzen. Tiefere oder weiter innen liegende Schäden am Metall dürfen nicht repariert werden, da hier nicht mehr sichergestellt ist, dass die Festigkeit der Felge durch die Beschädigung nicht beeinträchtigt wird. Ebenfalls verboten, sind das Rückformen von verbogenen Felgen, die Wärmebehandlung sowie das komplette Überdrehen.

Die Verfahren:
Manuelles Schleifen
: Die Beschädigungen am Felgenrand werden händisch ausgeschliffen, wie immer geht es von grob nach fein. Begonnen wird mit 120er Körnung, über 400er und 600er bis hin zu 800er Körnung und die Materialaufwürfe glatt verschliffen sind und eine ebene Fläche bilden. Damit die Arbeit nicht zu schweißtreibend wird, hilft ein Exzenterschleifer bei der groben Vorarbeit. Kleine Vertiefungen, die sich nach dem Schleifen noch in der Felge befinden, können mit gängiger 2k-Spachtel ausgebessert und ebenfalls glatt geschliffen werden. Soweit vorbereitet, kann die Felge anschließend teil- oder komplettlackiert werden – je nach Schaden und Kundenwunsch. Das manuelle Schleifen ist vor allem für lackierte Aluminiumfelgen anwendbar, glanzgedrehte Felgen können damit nicht bearbeitet werden.

Mechanisches Schleifen im Rotationsschleifverfahren: Auch hier wird, wie der Name schon verrät, geschliffen. Im Gegensatz zum händischen Schleifen wird der Schleifteller hier an einem Arm geführt und die Felge mittels eines Motors zeitgleich gedreht – was für noch bessere und gleichmäßigere Ergebnisse – wer täglich Felgen bearbeitet, kommt dauerhaft nicht um ein mechanisiertes Verfahren herum.

Rotationsschleifer wie der WheelDoctor
Foto: CarTec

CNC-Drehmaschine: Wer richtig in das Aufbereitungsgeschäft für Räder einsteigen will, der kann auch einen Blick in Richtung CNC-Drehmaschine werfen. Gerade bei glanzgedrehten Felgen sind die Ergebnisse noch besser, gerade auch bei unterlaufenem Klarlack.  Da die Investition in eine solche Profi-Maschine jedoch teuer ist, lohnt sich das Invest erst bei vielen Felgen pro Tag. Vieles was technisch möglich, findet seine Schranken im Rahmen der StVZO: Das Grundmetall darf nur einen Millimeter tief und 50 mm vom Außenhorn abgedreht werden, sonst ist die Tragfähigkeit der Felge nicht mehr sichergestellt. Die Lackierung darf jedoch auf der ganzen Felge entfernt werden.

Felgendrehmaschinen sind ausgewachsene Profimaschinen, die sich auch erst ab einem entsprechenden Durchsatz rentieren.
Foto: Mainhattan Wheels

Die Ausbesserung von Felgenschäden ist und bleibt ein profitables Feld: Gut 50 Euro lassen sich für eine kleine Lackausbesserung bei einem kleinen Kratzer erzielen, muss die gesamte Felge überarbeitet werden, dürfen auch bis 200 Euro fällig werden – die Preise variieren natürlich nach Felgenwert und Fahrzeugmarke – bei einer aufwendigen Reparatur samt Neulackierung kann der halbe Neupreis der Felgen als Richtwert verwendet werden. Gerade zur Reifenwechselsaison lohnt es sich, die Kunden auf den neuen Service anzusprechen. Wer gerade ohnehin neue Reifen bestellt hat, oder seine schönen Sommerräder montieren möchte, ist meist auch bereit, noch kleine Schäden für die ungetrübte Optik seines Fahrzeugs zu bezahlen. Als Einstieg bieten sich vollflächig lackierte Felgen an – hier können auch im Handschliff und mittels Smartrepair-Lackierung sehr gute Ergebnisse bei vertretbarem Aufwand erzielt werden. Stellt man fest, dass man viele Kunden für dieses Geschäft begeistern kann, lohnt sich eine Investition in bessere Ausrüstung. (SB)


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