„Existenzgründung im Team“… von der Harmonie der Gegensätze

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Unter diesem Titel hat der Verband der Kfz-Betriebe NRW e.V. im Jahre 2004 einen Beitrag in dem Fachbuch „Erfolgsstrategien für Personalmanagement im Handwerk“ über die Gründung der bis heute erfolgreichen freien Werkstatt von Kfz-Meister Michael Dittmar und Thomas Stachowiak veröffentlicht.

Die Leidenschaft zum Auto hat Michael Dittmar früh entdeckt und bereits als Azubi an seinem ersten Diagnosetester zu Hause probiert und studiert. Zwei Jahre nach der erfolgreich absolvierten Meisterschule gründete er 1991 in Dortmund seine erste Autowerkstatt mit Tankstelle. Heute ist er in der Kfz-Innung Bochum als Innungsobermeister und als Mitglied im Vorstand des Landesverbandes NRW aktiv. Für unsere Fachzeitschrift schreibt er als beratender Meisterkollege regelmäßig für die Serie „Unter Kollegen, so habe ich es gemacht“.

1992 zog es Michael Dittmar zurück in seine Heimatstadt Bochum und eröffnete in Weitmar eine freie Kfz-Werkstatt mit Tankstelle, großer Halle und Autowaschanlage. Nach Aufgabe der Tankstelle wurde der Werkstattbereich kontinuierlich ausgebaut. Mit dem nicht ganz ernst gemeinten Leitspruch: „Das schönste Auto ist für uns das kaputte“ bieten die Unternehmer Werkstattdienstleistungen von A bis Z, die lokal beispielsweise über das Sponsoring der Basketball- Bundesliga ProA beworben werden. Auch Großplakate und eine kontinuierlicher Pressearbeit gefolgt von überregionalem Marketing über die Carat werden für die Neukundenfindung genutzt. „Wir sind sehr nahe am Kunden und wissen, wo Bedarf ist. Gezielt können wir somit auf unser Portfolio hinweisen, sowohl offline als auch online in den sozialen Medien“, betont Michael Dittmar. „Preismarketing war allerdings noch nie eine Strategie. Die Frage nach Rabatten auf Kostenvoranschlägen und Ersatzteile beantworten wir immer mit: „Rabatt – ist das nicht eine Stadt in Marokko? Unsere Preise sind kalkulierte Bestpreise.“

Beiden Kfz-Meistern ist es wichtig, immer auf dem neuesten Stand der Technik zu sein. Investitionen in moderne Werkstattausrüstung und Weiterbildung werden zeitnah realisiert. Auch liegt dem Unternehmen der Nachwuchs am Herzen: Als Obermeister in der Kfz-Innung aktiv arbeitet Michael Dittmar ehrenamtlich als Lehrlingswart, um den jungen Menschen die Perspektiven im Kfz-Handwerk aufzuzeigen. „Das ist auch immer eine gute Gelegenheit, über den Tellerrand hinauszuschauen, den eigenen Betrieb aus einer anderen Perspektive zu sehen und die Mitarbeiter*innen entsprechend zu fördern und zu fordern.“

Frühzeitig setzte man auf E-Mobilität und startete die Ausbildung in der Hochvolt-Technik, sodass der Kfz-Innungsbetrieb in der Elsa-Brandström-Straße Street scooter bereits 2014 wartete und reparierte, bevor die Post den E-Mobil-Hersteller gekauft hat. Zwei Ladestrom-Stationen gehören ebenso zum Unternehmen wie eine Solaranlage, die über 50 Prozent des Stromverbrauchs der Werkstatt produziert.

Mit dem Ausbau der Dienstleistungen Wartung und Reparatur von Elektrofahrzeugen und Wohnmobilen, Umrüstung auf Gasantrieb wäre eine Vergrößerung des Standortes notwendig. Das 2.500 qm große Grundstück mit rund 600 qm Hallenfläche bieten kaum Parkfläche für die gelbe E-Flotte der Post, die Kundenfahrzeuge und Werkstattersatzwagen.

Gerne würde man auch mehr gute Mitarbeiter und Azubis einstellen, doch ein bekanntes Problem der gesamten Kfz-Branche ist der Fachkräftemangel. „Die Zukunft für die freien Werkstätten sieht gut aus, wir werden weitere Anteile hinzugewinnen – vorausgesetzt die Fahrzeugdaten für freie Werkstätten sind uneingeschränkt vorhanden, damit wir weiterhin die Fahrzeuge nach Herstellervorgaben warten und reparieren können. Denn nur so können wir das Vertrauen der Kundschaft behalten. Wir beteiligen uns seit dem Start der größten Kundenzufriedenheitsumfrage, um das Gütesiegel WERKSTATT DES VERTRAUENS jährlich von unseren Werkstattkunden zu erhalten. Wir lassen unsere Kunden die Qualität unserer Arbeit bewerten. Und bisher waren wir immer erfolgreich.“

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