Schutz vor Internetkriminalität

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Quelle: bitkom

Geklaute Passwörter, Computer-Viren, Extremismus: Acht von zehn Personen (79 Prozent) waren in den vergangenen 12 Monaten von kriminellen Vorfällen im Netz betroffen. Nur noch eine kleine Minderheit von 21 Prozent gibt an, keine solchen Erfahrungen gemacht zu haben. So zeigt es eine repräsentative Umfrage im Auftrag des Digitalverbands Bitkom, für die mehr als 1.000 Internet-Nutzerinnen und -Nutzer telefonisch befragt wurden.

Acht von zehn Personen werden Opfer von Internetkriminalität
47 Prozent haben sich mit Schadprogrammen infiziert (2020: 48 Prozent),
39 Prozent berichten, dass persönliche Daten ungefragt an Dritte weitergegeben wurden (2020: 33 Prozent),
19 Prozent gibt an, bei privaten Einkäufen betrogen worden zu sein,
15 Prozent berichten von Betrug beim Online-Banking.

77 Prozent halten ihre Daten im Netz für unsicher
Nur noch ein Fünftel (20 Prozent) hält seine Daten im Netz für sicher. „Cyberkriminelle sind derzeit so präsent wie nie“, sagt Bitkom-Präsident Achim Berg. „Angriffe fallen heute gravierender aus als noch vor wenigen Jahren. Statt einfach Viren im Netz zu verbreiten, setzen Kriminelle auf organisierte Attacken – auch auf Privatpersonen. Es war deshalb noch nie so wichtig, die gesamte Bevölkerung für das Thema Internet-Sicherheit zu sensibilisieren.“

Angst vor potenziellen Szenarien deutlich gestiegen
85 Prozent fürchten sich vor einer illegalen Nutzung persönlicher Daten durch Unternehmen,
83 Prozent vor Schadprogrammen,
62 Prozent befürchten eine illegale Nutzung von Passwörtern und Konten der Internet-Nutzer*innen,
27 Prozent fühlen sich von Hassrede im Netz bedroht,
26 Prozent fürchten Beleidigungen oder Mobbing sowie sexuelle Belästigung im Netz

„Menschen müssen sich im Internet besser vor Angriffen schützen. Komplexe Passwörter, regelmäßige Updates und Vorsicht beim Öffnen von Mails oder Anhängen gehören zum Pflichtprogramm“, sagt Bitkom-Präsident Berg. Klar sei aber auch: „Wir alle gemeinsam haben eine große Aufgabe: Das Internet muss ein Raum der Möglichkeiten bleiben – kein Raum, in dem man Angst vor Extremismus, Betrug und Beleidigungen haben muss. Das ist unsere gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Hier muss der Staat seiner Verantwortung nachkommen und digitale Straftaten konsequent verfolgen.“

Für den Schutz ihrer Daten sehen sich 88 Prozent der Internet-Nutzerinnen und -Nutzer vorrangig selbst verantwortlich. Nur 8 Prozent sehen den Staat in der Pflicht, 2 Prozent Internet-Anbieter oder Hersteller von Hard- und Software. Im Jahr 2019 sah insgesamt noch ein Fünftel den Staat (15 Prozent) sowie die Wirtschaft (5 Prozent) beim Datenschutz in der Pflicht.

Um sich vor Angriffen im Netz zu schützen, setzen Nutzerinnen und Nutzer auf privaten Computern vorrangig Virenschutzprogramme (86 Prozent) und Firewalls (71 Prozent) ein. Aktuell sichern 35 Prozent ihre PC-Daten im Netz (2019: 22 Prozent). Zudem nutzen 28 Prozent VPN-Verbindungen (2019: 19 Prozent), sowie Passwort-Safes (23 Prozent), also zentrale Speichermöglichkeiten für eigene Passwörter (2019: 13 Prozent).

Weniger als die Hälfte verwenden auf privaten Smartphones Virenschutzprogramm
65 Prozent der Smartphone-Nutzer*innen verwenden die Lokalisierungsfunktion, die ein Smartphone bei Verlust aufspüren kann,
38 Prozent verlassen sich bei Back-ups auf die Cloud,
18 Prozent haben ein Passwort-Safe auf ihren Geräten im Einsatz,
14 Prozent decken ihre Handy-Kamera ab.

Nutzung zusätzlicher Sicherheitsmaßnahmen

37 Prozent der Nutzer*innen setzen auf die Zwei-Faktor-Authentifizierung von Online-Diensten. Hierbei muss eine Anmeldung oder Transaktion mit einem zweiten Faktor, etwa per PIN oder Fingerabdruck, bestätigt werden. Wer seine Konten entsprechend absichert, setzt in der Regel auf Bestätigungscodes per SMS (35 Prozent) oder E-Mail (32 Prozent) sowie TAN-Generatoren (31 Prozent). Authenticator-Apps haben lediglich 3 Prozent im Einsatz. 58 Prozent nutzen solche Möglichkeiten grundsätzlich nicht.

„Für eine mündige Internet-Gesellschaft ist es entscheidend, dass sich alle Menschen sicher und selbstbewusst im Netz bewegen können“, so Bitkom-Präsident Berg. „Die aktuellen Vorkommnisse zeigen einmal mehr, wie wichtig es ist, alle Menschen zu digital mündigen Bürgerinnen und Bürgern zu machen.“

Hinweis zur Methodik: Grundlage der Angaben ist eine Umfrage, die Bitkom Research im Auftrag des Digitalverbands Bitkom im November 2021 durchgeführt hat. Dabei wurden 1.011 Internet-Nutzerinnen und -Nutzer in Deutschland ab 16 Jahren telefonisch befragt. (cepe)

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