Kat-Diebstahl erreicht Rekordwert

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Gerade ältere Fahrzeuge stehen bei den Katalysatordieben hoch im Kurs, Foto: shutterstock

Immer mehr Katalysatoren werden hierzulande gestohlen. Der ADAC zählte im vergangenen Jahr über 900 Fälle und damit mehr als Verdoppelung zum Vorjahr. Die Fahrzeughalter kommt der Diebstahl teuer zu stehen.

Meldeten die gelben Engel 2015 noch 84 gestohlene Katalysatoren, waren es fünf Jahre später bereits 420 entwendete Kats. Die Auswertung der Daten des Jahres 2021 zeigt einen beunruhigenden Trend: Bis Anfang Dezember wurden bereits 903 Kats entwendet – und dies sind nur diejenigen Fälle, bei denen der ADAC gerufen wird – viele Betroffene kontaktieren gleich ihre Werkstatt, die Dunkelziffer dürfte deutlich höher liegen.

Betroffen sind vor allem ältere Autos, bei denen der Katalysator noch mittig unter dem Unterboden liegt, und damit für die Langfinger gut zugänglich ist. Hoch im Kurs der Diebe stehen daher Opel Astra, Toyota Prius und der VW Polo. Mit Akkuflex, Eisensäge oder Kettenrohrabschneider bewaffnet, kriechen die Täter unter das Fahrzeug oder bocken es seitlich mit einem Wagenheber an – anschließend wird der Kat im Handumdrehen rausgetrennt und man sucht das Weite.

Bei neueren Autos – zumindest ab der Euro 5 Abgasnorm – sitzt der Katalysator deutlich näher am Motor oder ist direkt am Krümmer befestigt und damit deutlich schwieriger von unten zu erreichen. Zahlreiche Verkleidungen müssten entfernt werden, Platz für großes Gerät ist dort selten vorhanden. Entsprechend weniger häufig sind neue Fahrzeuge vom Kat-Klau betroffen.

Gerade bei älteren Gebrauchtfahrzeugen stellt der Diebstahl nicht selten einen Totalschaden dar, wenn ein neuer Kat vom Fahrzeughersteller erworben wird. Preiswerte Alternativprodukte bietet der freie Markt an, etwa von den bekannten Herstellern Walker, Bosal und HJS. (SB)

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