KÜS Trend-Tacho – Fahren mit beschränkter Haftung?

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Quelle: KÜS

Preisfrage: Welcher Autofahrer läuft vor Fahrtantritt um sein Auto und kontrolliert die Bereifung? Nicht viele – auch wenn die verantwortungsbewusste freie Werkstatt sicher oft genug dazu mahnt, die Pneus im Blick zu behalten – schließlich kann jede Nachlässigkeit nicht nur Geld kosten, sondern auch Bodenhaftung – und das ist im schlimmsten Fall tödlich.

Wie die KÜS in ihrem aktuellen „Trend-Tacho“ feststellt, interessiert sich ein Großteil der Autofahrer eher wenig für die Bereifung der geliebten fahrbaren Untersätze – dabei sind sie die einzige Nahtstelle zur Fahrbahn, die Schienen auf denen man sportlich durch die Kurven jagt, die leidensfähigen Bediensteten, ohne die keine Bremse der Welt ein Auto rechtzeitig zum Stehen bringen könnte, die es mit Kantsteinen, Schlaglöchern, Rollsplit, kochendem Asphalt oder Platzregen aufnehmen.

Zu Beginn der schöneren Jahreshälfte sind mittlerweile rund 31 Prozent der Autos auf Ganzjahresreifen unterwegs. Die Fahrerinnen und Fahrer derselben geben zu 41 Prozent die nicht notwendige Einlagerung des jeweils nicht benötigten Reifensatzes als Grund an und 37 Prozent haben keine Lust auf die Kosten des Reifenwechsels in der Werkstatt. Da verwundert es nicht, dass insgesamt 72 Prozent der Befragten den Reifen nur so viel oder so wenig Beachtung wie nötig schenken – wobei es wohl erst dann „nötig“ erscheint, wenn wirklich Not herrscht: die Reifen abgefahren sind, der zu niedrige oder falsche Luftdruck spürbar zu einer Verringerung der Fahrstabilität führt. Die wenigsten wissen überhaupt, was für Reifen an ihrem Auto aufgezogen sind – angesichts der Tatsache, dass für viele Menschen das Auto immer noch unersetzlich ist, ist das schon erstaunlich.

Aber noch sind es 65 Prozent (2019 waren es noch 69 Prozent), die ihre Reifen zur jeweiligen Saison wechseln (35%) oder wechseln lassen. Letztere vertrauen zu 24 Prozent ihrer freien Werkstatt, 23 Prozent gehen ins Autohaus, 14 Prozent zum Reifenfachhändler und fünf Prozent zu einer Werkstattkette.

Die Expertise des Fachpersonals in den Werkstätten hinsichtlich des richtigen Zeitpunkts für einen Reifenwechsel wissen 47 Prozent der Autofahrer zu schätzen – fragt sich, auf wen sich die anderen 53 Prozent eigentlich verlassen, obwohl sie sich für die Reifen doch eher mäßig interessieren.

65 Prozent der 1.000 für die Studie Befragten gaben an, sich für Premium-Reifen entschieden zu haben, bei weiteren 30 Prozent sind es immerhin „Qualitätsprodukte“. Nur fünf Prozent trafen ihre Entscheidung allein auf der Grundlage des Preises. Dabei bezogen jeweils etwa 18 Prozent ihre Reifen entweder direkt vom Reifenhandel oder aus ihrer freien Werkstatt. Etwa 15 Prozent kauften die Reifen über einen Markenhändler ihres Autos, zehn Prozent im Internet.

Dabei hat die Corona-Pandemie dazu geführt, dass etwa 66 Prozent der Befragten weniger Auto gefahren sind und entsprechend der Verschleiß seltener einen Reifenwechsel nötig machte. Erfreulich für die Werkstätten: 72 Prozent wollen aber trotz Pandemie auf jeden Fall den saisonalen Reifenwechsel durchführen – oder durchführen lassen. (HPL)

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