Nachhaltigkeitszertifikat für Werkstätten

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Bildquelle: ZDK (v. l.n.r.): Jeffrey Kilian (Vorstandsmitglied ZDK), Peter Börner (Präsident ZKF), Michael Pinto (Geschäftsführer BVdP) und Steven Didssun (Präsident Bundesverband Fahrzeuglackierer) hatten zum Hintergrundgespräch über ein Nachhaltigkeitszertifikat eingeladen.

Für größere Unternehmen ist der Nachhaltigkeitsbericht bereits Pflicht, kleineren Firmen werden nicht freigesprochen von der Verantwortung, nach umweltfreundlichen, sozialen und ethischen Aspekten zu agieren. Die sogenannten ESG-Kriterien (Environment, Social, Governance) wurden nach Vorgabe der EU-Richtlinine CSRD (Corporate Sustainability Reporting Directive) erstellt. Die Richtlinie ist am 5. Januar 2023 in Kraft getreten.

Man muss als Firma darlegen, dass man nachhaltig und ethisch korrekt handelt. Zu den Kriterien gehören beispielsweise eine umweltverträgliche Produktion, ein effizienter Umgang mit Energie und Rohstoffen, die Einhaltung zentraler Arbeitsrechte, faire Bedingungen am Arbeitsplatz sowie transparente Maßnahmen zur Verhinderung von Korruption.

Wie aber können nun die Unternehmen beweisen, dass die ESG-Kriterien eingehalten werden? Wer überprüft diese Kriterien? Wie hoch ist der Aufwand für die Unternehmer*innen?

Mit all diesen Fragen haben sich die Verbände des Kfz-Handwerks BFL, BVdP, ZDK und ZKF Gedanken gemacht und haben am 30. Januar 2024 in einem Pressegespräch die ersten Resultate verkündet. „Wir wollen ein Nachhaltigkeitszertifikat für die Werkstätten auf den Weg bringen, das so schlank ist wie möglich. Der Kriterienkatalog soll kurz und prägnant sein“, erklärt Jeffrey Kilian, Vorsitzender der Bundesfachgruppe Freie Werkstätten.

Genaueres konnte die Vertreter der Verbände noch nicht präsentieren, aber man war sich einig, ein Zertifikat der Branche soll es sein. „Das Nachhaltigkeitszertifikat soll einen bundeseinheitlichen Standard darstellen und für die gesamte Branche gelten. Eine inflationäre Siegelflut unterschiedlicher Anbieter wollen wir vermeiden“, beschreibt Steven Didssun, Präsident des Bundesverbandes der Fahrzeuglackierer (BFL) das Ziel.

Die Vermutung liegt nahe, dass Versicherungen, Banken und Behörden einen Nachweis bzgl. Nachhaltigkeit bei Werkstätten zukünftig anfragen. Es wurde bereits in der ein oder anderen L+K-Werkstatt gefragt, ob sie die Vorgaben der EU erfüllt. Auf die Frage an die anwesenden Herren, wann die Branchenlösung offiziell an den Start geht, konnte kein konkretes Datum genannt werden. Bis 2026 soll das Thema jedoch stehen.

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